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Anuschka Henn

 

 

 

 

Ich werde am 15. Januar 1967 vor meiner Schwester Katinka geboren.

Meine Kindheit ist leicht und unbeschwert; Hauptbezugsperson ist meine Mutter.

 

Vom Typ her bin ich natürlich und ungeschminkt.

Meine Stärke ist Ehrlichkeit – zugleich auch eine Schwäche.

Toleranz und Teamfähigkeit zeichnen meinen Charakter aus.

Als Schwäche empfinde ich, dass ich mich ausnutzen lasse, weil ich nicht „nein“ sagen kann.

 

Nach meinem Realschulabschluss mache ich eine Ausbildung zur MTA in Regensburg.

Drei Jahre lang arbeite ich in München im Max-Planck-Institut.

Obwohl meine Arbeitgeber sehr zufrieden mit mir und meiner Arbeit sind, entschließe ich mich, den Beruf aufzugeben und meiner kreativen Neigung nachzugehen.

Ich mache eine Lehre als Steinmetz in München und arbeite in diesem Bereich.

Als die Arbeitslage in den Natursteinmetzwerkstätten immer schlechter wird, suche ich mir eine Halbtagsstelle in Wertheim, um Geld zu verdienen und arbeite nachmittags privat, um mich in meiner Bildhauerarbeit weiterzubilden.

 

Andere Hobbys von mir sind lesen, malen und die Natur, insbesondere Gartenarbeit.

 

Im August 2002 lerne ich Alexander Herz kennen. Ich verliebe mich in ihn und schon drei Wochen später machen wir gemeinsam Urlaub in Kroatien. Während des Urlaubs kommt es noch nicht zum Austausch von Zärtlichkeiten. Alexander kümmert sich ausschließlich um einen Bekannten, während ich mich dessen Frau und Kind annehmen muss.

 

Der frauliche Gedanke siegt: „Das kann sich noch entwickeln; ich bin 36 Jahre alt!“ Außerdem fasziniert mich seine angebliche Naturverbundenheit.

Nach dem Urlaub ziehe ich zu ihm, denn wir haben einen gemeinsamen Kinderwunsch.

Ich bin überglücklich, als ich bereits nach 3 Monaten schwanger werde. Leider fängt es an, in unserer Beziehung zu kriseln. Alexander wird mir gegenüber immer schroffer und abweisender. Er interessiert sich nur für das Baby in meinem Bauch, ich bekomme von ihm keinerlei Zärtlichkeiten und Gefühlszuwendungen, die ich gerade als werdende Mutter brauche. Die rosa Brille des Verliebtseins verschwindet langsam,

und ich erkenne immer mehr den wahren Charakter von Alexander.

 

Während meiner Schwangerschaft arbeite ich weiter bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Ich habe nicht geraucht und getrunken. Körperlich fühle ich mich fit und freue mich auf mein Kind. Wir wollen nicht wissen, ob Mädchen oder Junge, sondern lassen uns überraschen.

Bei der Geburt sind Alexander und meine Schwester dabei, um mich zu unterstützen.

 

Dann ist sie da, und ich bin einfach nur glücklich! Das erste Mal verstehe ich, wie man vor Glück losheulen kann; die ganze Nacht schaue ich Luzia an.

  

 

 

Luzia

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